Prafekt (Frankreich)

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Der Prafekt Michel Morin in Uniform mit Bandschnalle

Ein Prafekt ( franzosisch Prefet ) ist in Frankreich als Vorsteher einer Prafektur , in der Regel auf der Ebene eines Departements , der dortige oberste Reprasentant des Zentralstaates. Er tragt militarische Uniform und hat einen militarischen Rang.

Wortherkunft [ Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]

Der Begriff stammt von lateinisch praefectus , von praeficere ?vorsetzen“ und ist im allgemeinen Wortsinn ein Vorsteher oder Vorgesetzter.

Funktion des Prafekten [ Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]

Die Prafekturen Frankreichs (ohne Uberseegebiete)

Die Funktion eines franzosischen Prafekten geht auf die Zeit Napoleons zuruck, der das Amt im Jahr 1800 einfuhren ließ, mit Bezugnahme auf den Prafekten im Romischen Reich . Der Prafekt stellte den verlangerten Arm der Zentralregierung in den franzosischen Departements dar und war mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattet, die es ihm erlaubten, sein Departement nach den zentralstaatlichen Richtlinien alleine zu verwalten. Diese Struktur blieb auch nach der Restauration der Bourbonen 1814/1815 bestehen.

Der Prafekt war bis 1982 der hochste Verwaltungsbeamte eines Departements . Seit den Dezentralisierungsgesetzen jenes Jahres, die aus den vormaligen schlichten Verwaltungsuntergliederungen Departement und Gemeinde vollwertige Gebietskorperschaften mit eigenem Wirkungsbereich machten, wird die Verwaltung der Departements vom gewahlten Prasidenten des Departementrates geleitet. Der Prafekt ist allerdings weiterhin Vertreter des franzosischen Staates im Departement und wird daher auch heute noch vom Staatsprasidenten ernannt.

Als Leiter der gesamten dekonzentrierten Staatsverwaltung im Departement untersteht dem Prafekten ein Mitarbeiterstab von bis zu tausend Personen, deren Aufgaben zum Beispiel in der Erstellung von Fuhrerscheinen, Reisepassen, Kraftfahrzeugzulassungen und so weiter besteht; als Reprasentant des Zentralstaats kommen ihm insbesondere weitreichende Polizeibefugnisse zu (Chef der dem Verteidigungsministerium unterstehenden, im Departement befindlichen Brigaden der paramilitarischen Gendarmerie nationale , Chef der dem Innenministerium unterstehenden, im Departement befindlichen Police nationale sowie deren Gliederungen: der Bereitschaftspolizei CRS und der dem Befehl des Magistrats unterstehende Kriminalpolizei Police judiciaire ). Ferner kann er die Unterstutzung des Inlandsgeheimdienstes Direction centrale du renseignement interieur (DCRI) anfordern. In diesem Zusammenhang koordiniert der Prafekt stadtische und kommunale Polizeikrafte in seinem Departement, die dem jeweiligen Burgermeister unterstehen. Zudem obliegt dem Prafekten die mit der Dezentralisierung erforderlich gewordene Kommunalaufsicht . Er besitzt auch Befugnisse in der Entwicklungsplanung.

Rechte und Pflichten [ Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]

Als Vertreter des Staates und ausfuhrendes Organ der Politik wird vom Prafekten absolute Loyalitat gegenuber der Zentralregierung in Paris gefordert. Dies erklart, warum nur treue Weggefahrten des jeweiligen Staatsprasidenten von diesem auf vakante Prafekturen berufen werden.

Den Prafekten stehen eine Dienstwohnung (in der Prafektur) und ein Dienstwagen zur Verfugung. Sie durfen ihr Departement nur mit Genehmigung des Staatsprasidenten verlassen, da sie in Not- oder Katastrophenfallen mit der Koordination und Leitung aller Sicherheits- und Rettungsdienste betraut sind.

Sous-prefet und Prefet de region [ Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]

Die Leitung der Arrondissements obliegt Unterprafekten (franzosisch sous-prefets ), die ihren Sitz in der Unterprafektur (franzosisch sous-prefecture ) haben. Die Verwaltung des Arrondissements, in dem der Hauptort des Departements liegt, wird in Personalunion vom Prafekten des Departements (also ohne eigenen Unterprafekten) geleitet.

An jenen Orten, die zugleich Prafektur , also Hauptort einer Region sind, vertritt der Prafekt als Regionalprafekt (franzosisch prefet de region ) auch die Interessen des Staates gegenuber den Organen der Region.

Literatur [ Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]

  • Gunter Liehr: Frankreich. Eine Nachbarschaftskunde. Ch. Links Verlag, Berlin 2007, ISBN 3861534304 .