Jean-Baptiste-Donatien de Vimeur, comte de Rochambeau

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Portrat, gemalt von Charles-Philippe Lariviere um 1834
Zeichnung von Augustin de Saint-Aubin
Kopie des Rochambeau-Denkmals in Washington D. C. auf der Place Rochambeau in Paris

Jean-Baptiste-Donatien de Vimeur, comte de Rochambeau (* 1. Juli 1725 in Vendome , Frankreich ; † 10. Mai 1807 in Thore-la-Rochette ) war ein Marschall von Frankreich .

Leben [ Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]

Jean-Baptiste-Donatien de Vimeur, comte de Rochambeau war der Sohn eines Gouverneurs von Vendome. Anfangs war er fur den geistlichen Stand bestimmt und studierte bei den Jesuiten in Blois , schlug aber nach dem Tod seines alteren Bruders 1742 die militarische Laufbahn ein, indem er als Kornett in das Regiment de Saint Simons cavalerie eintrat. Er nahm mit Auszeichnung an den Feldzugen des osterreichischen Erbfolgekriegs teil. So focht er wahrend dieses Kriegs in der Kavallerie Saint Simons in Bayern, Bohmen und am Rhein , wurde Adjutant des Herzogs von Orleans und des Grafen Clermont und war bei den Belagerungen von Antwerpen und Namur dabei. Dann kampfte er in der Schlacht bei Roucourt und machte, nachdem er im Marz 1747 zum Oberst des Regiment de La Marche befordert worden war, als dessen Kommandant am 2. Juli 1747 die Schlacht bei Lauffeldt mit, in der er zwei schwere Verwundungen erhielt. 1748 berannte er unter Lowendal Maastricht .

Nach dem Frieden von Aachen heiratete Rochambeau 1749 Jeanne Therese Tellez d’Acosta. Er beschaftigte sich weiter mit der Ausbildung seines Infanterieregiment und machte an dessen Spitze 1756 die Expedition gegen Menorca unter dem Marschall Richelieu mit. Fur seinen dabei bewiesenen Mut erhielt er den Orden von Saint-Louis und wurde zum Brigadier des armees du roi befordert. Er wurde daraufhin im Siebenjahrigen Krieg in Deutschland eingesetzt. Hier hielt er 1757 Ferdinand von Braunschweig stand, nahm die Burg Regenstein , wohnte den Kampfen bei Krefeld und Minden bei und erlitt im Oktober 1760 in der Schlacht bei Kloster Kampen mehrere Wunden. Am 20. Februar 1761 wurde er Marechal de camp und erhielt 1769 das Kommando uber die Infanterie im Elsass . In dieser Stellung war er nicht nur Berater des Hofs bei wichtigen militarischen Planen, sondern sollte auch das Kriegsministerium ubernehmen, was er jedoch aus Bescheidenheit mehrmals ablehnte.

Am 1. Marz 1780 wurde Rochambeau von Ludwig XVI. zum Lieutenant-general erhoben und erhielt den Oberbefehl uber das 6000 Mann starke Hilfskorps, das auf Seiten von George Washington am Amerikanischen Unabhangigkeitskrieg teilnahm. Am 10. Juli 1780 ging Rochambeau mit seinem Korps in Rhode Island an Land, wurde jedoch durch den englischen General Clinton davon abgehalten, weiter vorzudringen. Erst ein Jahr spater, nachdem unter Grasse eine große franzosische Flotte eingetroffen war, konnte er im Juli 1781 Rhode Island verlassen, marschierte hierauf durch Connecticut und vereinigte sich im August am Hudson River mit Washington. Mit diesem drang er nun rasch nach Virginia vor und zwang die 8000 Mann starke britische Armee unter Cornwallis am 19. Oktober 1781 in der Schlacht von Yorktown zur Kapitulation.

Rochambeaus Verdienste in diesem Kampf und insbesondere die von ihm selbst unter schwierigsten Verhaltnissen aufrechterhaltene strenge Disziplin seiner Soldaten fanden große Anerkennung von Seiten der Amerikaner. Der Kongress sprach ihm und seinen Truppen den Dank der Nation aus und ubergab ihm zwei von den Englandern erbeutete Geschutze, die er in seine Heimat mitnahm. Auch der franzosische Hof lobte seine Leistungen, die ihm eine ehrenvolle Aufnahme in Versailles verschafften. Er wurde von Ludwig XVI. zum Gouverneur von Artois , spater auch der Picardie ernannt. 1788 saß er in der zweiten Versammlung der Notabeln und hielt dann, vom Konig entsandt, die Ruhe im Elsass aufrecht.

Nach dem Ausbruch der Franzosischen Revolution und vor dem Beginn des gegen die verbundeten Machte beabsichtigten Kriegs erhielt Rochambeau am 28. Dezember 1791 gleichzeitig mit Luckner den Marschallstab und den Befehl uber die Armee du Nord . Er sprach sich jedoch entschieden fur die Defensive aus, wahrend Dumouriez die Offensive gegen das Heilige Romische Reich forderte. Rochambeau fuhrte die flandrische Armee und sollte Lafayette unterstutzen. Die Expedition scheiterte im April 1792 und Rochambeau ware fast von den Soldaten in Valenciennes niedergehauen worden. Da seine Warnungen kein Gehor gefunden hatten, legte er am 15. Juni 1792 sein Kommando nieder, entsetzt uber die Verwilderung der Truppen, und zog sich auf sein Landgut bei Vendome zuruck.

Nach dem Fall der Girondisten wurde Rochambeau verhaftet, nach Paris in die Conciergerie gebracht und vor das Revolutionstribunal gestellt. Er saß schon auf dem Karren, der ihn mit vielen anderen Verurteilten zum Richtplatz fuhren sollte, als der Henker, der das Fuhrwerk uberladen fand, ihn mit den Worten zuruckstieß: ?Fort, alter Marschall, du wirst ein anderes Mal daran kommen.“ Nur der baldige Sturz der Schreckensherrschaft rettete ihn. Von Napoleon 1803 zum Großoffizier der Ehrenlegion ernannt und nach dessen Thronbesteigung mit dem Titel und der Pension eines Marschalls versehen, konnte sich der hochbetagte Rochambeau dieser Gunst nur kurze Zeit erfreuen. Er starb am 10. Mai 1807 im Alter von 81 Jahren in Thore-la-Rochette.

Die Memoires militaires, historiques et politiques de Rochambeau (2 Bde., Paris 1809) gab Luce de Lancival heraus. Seine Korrespondenz wahrend seines Kriegseinsatzes in den Vereinigten Staaten wurde im funften Band von Henri Doniols Histoire de la participation de la France en l’etablissement des Etats Unis d’Amerique (Paris 1892) veroffentlicht.

Eine Statue von Rochambeau, die Fernand Hamar fertigte, stellte ein Geschenk Frankreichs an die Vereinigten Staaten dar und wurde am 24. Mai 1902 von Prasident Theodore Roosevelt auf dem Lafayette Square in Washington enthullt. Die Zeremonie wurde als Demonstration der Freundschaft zwischen den beiden Nationen zelebriert.

Aus der Ehe Rochambeaus mit Jeanne Therese Tellez d’Acosta entstammte sein Sohn Donatien-Marie-Joseph de Vimeur, vicomte de Rochambeau (1755?1813); dieser wurde auch General und in der Volkerschlacht bei Leipzig todlich verwundet.

Benennungen [ Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]

Nach Jean-Baptiste-Donatien de Vimeur wurde 1867 das Panzerschiff Rochambeau , 1911 das Passagierschiff Rochambeau und 2015 ein Asteroid , (96178) Rochambeau benannt.

Literatur [ Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]

Weblinks [ Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]

Commons : Jean-Baptiste Donatien de Vimeur de Rochambeau  ? Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien