Algemeen Handelsblad

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?Algemeen Handelsblad“ 1940
Paleisstraat (Amsterdam)

Das Algemeen Handelsblad ( Allgemeines Handelsblatt ) war eine 1828 gegrundete uberregionale niederlandische Tageszeitung mit Redaktionssitz in Amsterdam . Sie ging 1970 nach einer Fusion mit dem Nieuwe Rotterdamsche Courant im NRC Handelsblad auf.

Aufnahme aus der Redaktion von 1904, rechts außen Max Blokzijl

Die erste Ausgabe des Algemeen Handelsblad erschien am 5. Januar 1828. Grunder und erster Chefredakteur war Jacob Willem van der Biesen. Die Zeitung erschien zunachst zweimal die Woche und stellte am 1. Oktober 1830 auf eine tagliche Erscheinungsweise um. Damit wurde sie zur ersten niederlandischsprachigen Tageszeitung, auch wenn sie 1831 kurzzeitig wieder mit nur drei Ausgaben die Woche herauskam.

Bereits in den ersten Jahren positionierte sich das Algemeen Handelsblad als uberregionale Zeitung und verkaufte 1835 von ihrer 2.000 Exemplare großen Auflage nur 400 in Amsterdam. Da die Auslieferung zu dieser Zeit noch uber Frachtboote oder Postkutschen erfolgte, konnte die Zeitung außerhalb Amsterdams nicht am Erscheinungstag zugestellt werden, weshalb die Zeitung einen Tag vordatiert wurde. Wahrend der franzosischen Februarrevolution von 1848 bediente sich das Algemeen Handelsblad zur Nachrichtenubermittlung sogar der Hilfe von Brieftauben . Zu dieser Zeit erschienen bis zu vier Ausgaben taglich. [1]

Auch in der zweiten Halfte des 19. Jahrhunderts nahm das Algemeen Handelsblad eine Vorreiterrolle ein, so war sie 1877 die erste Zeitung, die eine Farbillustration abdruckte. Seit 1882 erschien sie mit zwei Ausgaben taglich. 1885 entsandte das Blatt als wahrscheinlich erste Zeitung der Niederlande [2] mit Johan de Meester einen Korrespondenten ins Ausland, in diesem Fall nach Paris . Zuvor hatten niederlandische Zeitungen sich im Ausland nur der Dienste von Freien Mitarbeitern bedient. 1887 fuhrte das Algemeen Handelsblad als erste niederlandische Zeitung einen taglichen Leitartikel ein.

Mittlerweile war die Zeitung zu einer festen Große in der Medienlandschaft geworden und gehorte mit einer Auflage von 9.000 Exemplaren im Jahr 1882 zu den großten Tageszeitungen der Niederlande. Politisch stand sie den Liberalen nahe und wurde zusammen mit dem Nieuwe Rotterdamsche Courant , der im Ubrigen uber die ganze Zeit beider Zeitungen hinweg eine ahnliche Bedeutung wie das Algemeen Handelsblad hatte, zum Aushangeschild des liberalen Burgertums in der niederlandischen Medienlandschaft. Bis zum Zweiten Weltkrieg stieg die Auflage auf etwa 50.000 Exemplare.

Zu Beginn der deutschen Besatzung der Niederlande ab Mai 1940 hatten die Zeitungen des Landes noch ein Jahr lang ein gewisses Maß an Freiheiten, solange der Inhalt nicht kontrar zu den Absichten der Besatzungsmacht stand. Im Anschluss daran verscharfte sich allerdings die Situation, und Willi Janke, Chef der Presseabteilung des Reichskommissariats, beschloss zusammen mit Max Blokzijl , vormals Berlin -Korrespondent der Zeitung und nun nationalsozialistischer Pressewachter in der Hauptabteilung fur Volksaufklarung und Kunste, an dem als antideutsch geltenden Algemeen Handelsblad ein Exempel zu statuieren und ließ die Sicherheitspolizei in die Zeitung einfallen. Ein Teil der Archive wurde beschlagnahmt und Chefredakteur Daniel Johannes von Balluseck (1895?1976) zusammen mit einem der Direktoren verhaftet. Beide kamen nach einem Monat frei, allerdings wurde ein Redakteur aus den Reihen der niederlandischen Nationalsozialisten NSB zum stellvertretenden Chefredakteur ernannt und weitere neue Mitarbeiter aus den Reihen der NSB ins Blatt geholt. Diese erzwungene Nazifizierung kostete das Blatt einen Großteil der Abonnenten.

Nach dem Krieg konnte das Algemeen Handelsblad wieder an die alte Bedeutung anschließen, sah sich jedoch zunehmend mit der neuen Konkurrenz durch Fernsehen und Radio konfrontiert, die den Anzeigenmarkt unter Druck setzten. Auch stiegen die Lohn-, Druck- und Papierkosten. 1964 kamen das Algemeen Handelsblad zusammen mit dem Nieuwe Rotterdamsche Courant bei dem neuen gemeinsamen Herausgeber Nederlandse Dagblad Unie (NDU) unter. Letztere Zeitung hatte mit ahnlichen Problemen zu kampfen, worauf NDU gegen den anfanglichen Widerstand der beiden Redaktionen beschloss, die Eigenstandigkeit beider Zeitungen aufzugeben und diese 1970 zum NRC Handelsblad zu fusionieren. Trotz anfanglicher Auflagenverluste entwickelte sich diese Zeitung im Anschluss zu einem Erfolgstitel und hatte Mitte der 1990er Jahre einen Auflagenwert erreicht, der den beider Vorgangerzeitungen zusammengenommen bei weitem ubertraf.

  • Jan van de Plasse: Kroniek van de Nederlandse dagblad- en opiniepers/samengesteld door Jan van de Plasse. Red. Wim Verbei , Otto Cramwinckel Uitgever, Amsterdam 2005, ISBN 90-75727-77-1 . (niederlandisch; fruhere Ausgabe: Jan van de Plasse, Kroniek van de Nederlandse dagbladpers , Cramwinckel, Amsterdam 1999, ISBN 90-75727-25-9 )
  • Rene Kok: Max Blokzijl: Stem van het nationaal-socialisme , Sijthoff, Amsterdam 1988, ISBN 90-218-0231-7 (niederlandisch)

Einzelnachweise

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  1. Piet Hagen: Journalisten in Nederland - Een persgeschiedenis in portretten , S. 161 (niederlandisch)
  2. Jan van der Plasse, S. 33
Commons : Algemeen Handelsblad  ? Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien