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Stulpe ? Wikipedia

Stulpe

Ortsteil von Nuthe-Urstromtal, Brandenburg

Das Dorf Stulpe ist einer von 23 Ortsteilen der Gemeinde Nuthe-Urstromtal im Landkreis Teltow-Flaming in Brandenburg . [2]

Stulpe
Koordinaten : 52°?3′? N , 13°?19′? O Koordinaten: 52°?2′?43″? N , 13°?19′?27″? O
Hohe : 55?m
Flache : 50,7?km²
Einwohner : 423? (2020) [1]
Bevolkerungsdichte : 8 Einwohner/km²
Eingemeindung : 6.?Dezember 1993
Postleitzahlen : 14943, 14947
Vorwahl : 033733
Ehemaliges Forsthaus des Gutes Stulpe, jetzt Kindergarten
Ehemaliges Forsthaus des Gutes Stulpe, jetzt Kindergarten

Stulpe liegt naturraumlich im sudostlichen Teil des Glogau-Baruther Urstromtals und dort sudostlich des Gemeindezentrums. Im Norden liegt der weitere Ortsteil Dumde , gefolgt von Lynow im Osten, dem Baruther Ortsteil Ließen im Suden und Holbeck im Westen, ein weiterer Ortsteil der Gemeinde. Sudlich schließt sich das Naturschutzgebiet Heidehof-Golmberg an, auf dessen Gemarkung auch die hochste Erhebung der Region, der 178?m hohe Golmberg befindet. Der großte Teil der Gemarkung ist bewaldet; eine Wohnbebauung befindet sich vornehmlich im Nordosten der Gemeinde. Ostlich entwassert der Wolfsbuschgraben das Gebiet, westlich der Schlossgraben, der in den Holbecker See mundet. Nordlich befinden sich mit dem Heidchengraben sowie dem Kuhdammgraben weitere Meliorationsgraben .

Geschichte

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13. bis 16. Jahrhundert

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Dorfkirche Stulpe

Erstmals urkundlich erwahnt wurde der Ort im Jahr 1221 als stolp . [3] In Stulpe befand sich allerdings vermutlich bereits seit dem 12.?Jahrhundert eine Burg (?festes Haus“), die als Sicherung eines Ubergang durch das sumpfige Urstromtal angelegt worden war. Otto von Hessen , Erzbischof von Magdeburg , verpfandete sin hus(hos) tzu(tzo) der stulpe(stolpe) im Jahr 1342 an die Bruder Krull (Krulle) mit der Maßgabe, dort jederzeit einkehren zu durfen. Otto konnte die Burg zwar wieder auslosen, doch einer seiner Nachfolger, Peter Jelito , musste sie 1376 erneut verpfanden, dieses Mal an Werne von Heinrichsdorf. Stulpe wurde erneut ausgelost, unter Albrecht?IV. von Querfurt im Jahr 1389 an Meinhard von Niesenheim verpfandet und gelangte von dort an den Amtshauptmann Johann von Torgau , Herr auf Zossen . Er verkaufte den Ort im Jahr 1446 an funf Bruder aus dem Hause derer von Schlieben . George von Schlieben gelang es im Jahr 1494, den Ort in seinen alleinigen Besitz zu bringen. Doch bereits 1537 waren es 13 Bruder aus dem Geschlecht derer von Schlieben, die das Dorf fur 13.000 Gulden an Hans von Hake verkauften. Er wurde durch die Geschichte vom ? Uberfall in der Golmheide “ bekannt. Nach seinem Tod ubernahm der Zweitgeborene Christoph nach Erreichen seiner Volljahrigkeit das Dorf. Sein alterer Bruder Joachim erhielt als Ausgleich das Stammgut Bornim bei Potsdam . In seiner Zeit wurde das Dorf vergroßert und ausgebaut. Die Dorfkirche Stulpe entstand, indem Christoph vermutlich die Wallfahrtskapelle auf dem Golmberg abbrechen ließ, um das dort verbaute Baumaterial zu nutzen. Er kaufte von der Familie Schlieben weiterhin die Guter in Wahlsdorf , Riesdorf und Petkus auf. Christoph hatte allerdings auch mit der Pest zu kampfen, die in seiner Wirkungszeit das Dorf heimsuchte und uber hundert Tote forderte. Christoph starb im Jahr 1598 und das Dorf ging an seinen Sohn Hans Friedrich.

17. bis 19. Jahrhundert

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Schloss Stulpe
 
Gut Stulpe zwischen 1859/60, Sammlung Alexander Duncker

Gemeinsam mit der Witwe seines altesten Bruders Hans Friedrich verwalteten sie seit 1603 das Gut. In dieser Zeit kam es zu Grenzstreitigkeiten mit dem Amtshauptmann der Standesherrschaft Baruth . Frau von Hake warf dem Amtshauptmann vor, in ihren Landereien illegal Holz geschlagen zu haben und vertrieb die vermeintlichen Eindringlinge. Der Fall zog sich uber mehrere Jahre hin und konnte bis zum Schluss nicht vollstandig aufgeklart werden.

Im Dreißigjahrigen Krieg wurden Dorf und Gut mehrmals von plundernden Landsknechten heimgesucht. Das Gut geriet in finanzielle Schwierigkeiten und wurde vom letzten Vertreter der Familie, Gottfried von Hake, verkauft. Er tauschte 1648 die umfangreiche Herrschaft Stulpe gegen das Gut Neuendorf bei Storkow, das in dieser Zeit der Familie von Rochow gehorte. So gelangte Stulpe an Hans von Rochow , der das Gut um einige Hufen erweiterte. Er starb 1660 und sein dritter Sohn Friedrich Wilhelm ubernahm die Geschafte. Auf seine Initiative wurde auch die Kirchenausstattung der Dorfkirche erheblich erweitert; so schaffte er beispielsweise einen neuen Kanzelaltar und einen Taufengel an. Sein Enkel, Adam Ernst?II. von Rochow, [4] ubernahm nach dem fruhen Tod seines Vaters, des Landrats ( Commissarius ) Adam Ernst?I. erst im Jahr 1738 endgultig das Gut. Er setzte sich dafur ein, nach 1740 das mittlerweile baufallig gewordene Hake-Schloss aus dem 16.?Jahrhundert bis 1754 durch einen barocken Neubau zu ersetzen. Zur Vorbereitung der Arbeiten hatte er bereits 1738 eine Sagemuhle im benachbarten Schmielickendorf errichten lassen. Hiltrud und Carsten Preuß vermuten in Die Guts- und Herrenhauser im Landkreis Teltow-Flaming , dass der Vorgangerbau nicht ganzlich abgerissen wurde, und verweisen auf einige gewolbte Raume sowie eine Kuche mit einem sehr großen Kamin hin, die in Verbindung mit sehr unterschiedlichen Wandstarken auf einen alteren Bau hinweisen. Funf Jahre nach der Fertigstellung starb Adam Ernst?II. im Jahr 1759 und das Gut kam per Losentscheid ein Jahr spater an seinen dritten Sohn Adolf Friedrich von Rochow. Er widmete sich der Forstwirtschaft und ließ auf dem Golmberg ein Sommerhaus errichten. Der Gutspark wurde unter seiner Leitung in einen Landschaftspark umgewandelt und das Haus mit einer Freitreppe versehen, die zu einer Aussichtsterrasse fuhrte. Aus dem Jahr 1775 wird eine Wassermuhle erwahnt, 1801 ein Teerofen und 1837 eine Teerschwelerei. Zwei Besitzergenerationen spater folgte als Gutsbesitzer der wohl bedeutendste Vertreter der Familie auf Stulpe, Adolf (Friedrich August). Adolf von Rochow war bis 1869 insgesamt 50 Jahre Gutsbesitzer auf Schloss Stulpe und den dazugehorigen Landereien. Er war u.?a. preußischer Oberst, Landtagsmarschall, Hofmarschall und Kommendator Brandenburgischen Provinzialgenossenschaft des Johanniterordens. [5] Nach seinem Tod ubernahm zunachst sein altester Sohn, der General Wichard von Rochow (bis 1886) zu Berlin, [6] und dann der jungste Sohn Adam Ernst?III. ganz kurz das Gut, fuhrten es aber beide nicht mit derselben Intensitat weiter. Adam Ernst?III. hielt sich die meiste Zeit in Paris auf, so dass 1887 der Cousin Hans Wilhelm von Rochow aus Plessow zum neuen Besitzer wurde. Ihm wiederum folgte sein zweiter Sohn Rochus von Rochow, der mit seiner Ehefrau im Park Stulpe beerdigt ist. [7] [8]

20. und 21. Jahrhundert

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Im Jahr 1900 erhielt Stulpe einen Anschluss an die Juterbog-Luckenwalder Kreiskleinbahnen . Die Familie von Rochow-Plessow-Stulpe, zunachst eine Erbengemeinschaft, dann durch Hans von Rochow-Stulpe vertreten, blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges im Besitz des Gutes im Dorf und wurde dann enteignet. Das Gutshaus wurde zeitweise als Alten- und Pflegeheim genutzt. Stulpe wurde im Jahr 6. Dezember 1993 Teil der Gemeinde Nuthe-Urstromtal. Im Jahr 1999 kam es zu einem Brand im Gutshaus, bei dem das Dachgeschoss schwer beschadigt wurde. Nach aufwendigen Sanierungsarbeiten verkaufte der Landkreis das Gebaude im Jahr 2006 an eine Privatperson.

Kultur und Sehenswurdigkeiten

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Villa in der Kastanienallee 16, (ehem. von Rochow’sches Rentamt)
  • Die Dorfkirche Stulpe aus dem Jahr 1562, das Schloss aus dem Jahr 1754 mit Landschaftspark, das Forsthaus (jetzt Kindergarten), eine Villa im Kastanienweg und drei Wohnhauser (in der Baruther und in der Ließener Straße) sind Baudenkmale des Ortes (siehe Liste der Baudenkmale in Nuthe-Urstromtal ).
  • Das Gutshaus Stulpe (auch Schloss Stulpe) genannt ist ein rechteckiger Putzbau, der in den Jahren 1740 bis 1754 durch Adam Ernst?II. vom Rochow an Stelle einer Dreiflugelanlage aus der Mitte des 16.?Jahrhunderts errichtet wurde. Zweigeschossig, mit Mansarddach gedeckt, ist es mit seiner doppellaufigen Freitreppe und der durch Kolossalpilaster gegliederten Hoffront ein typisches barockes Herrenhaus geworden. Zum Schloss gehort ein ab 1820 angelegter Landschaftspark, in dem Linden, Eichen, Blutbuchen, Fichten, Ahorn, Weymouthskiefer, Robinie, Wacholder und Rhododendron wachsen. Das Schloss diente als Drehort in dem Film Ein russischer Sommer fur Jasnaja Poljana , den Wohnsitz der Tolstois. [9] 2006 erwarb das Ehepaar Rupilius das Schloss und sanierte es. Heute befinden sich dort Ferienwohnungen; es wird auch fur Hochzeiten und Konzerte genutzt. [10]
  • Die Wohnhauser in der Baruther Straße 4, 6 und 36 stehen unter Denkmalschutz, ebenso eine Villa in der Kastanienallee 16.
  • Eine Eiche in der Ortschaft mit einem Brusthohenumfang von 7,43?m (2016) ist ein eingetragenes Naturdenkmal. [11]
  • Der Stulper Schloßweg fuhrt als Teil des FlamingWalks auf 14,1?km durch Stulpe und den Nachbarort Lynow . Weiterhin fuhrt der 17,6?km lange Flemmingwiesenweg durch das Dorf.

Personlichkeiten

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Sohne und Tochter

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Mit Stulpe verbundene Personlichkeiten

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Im Ort kreuzen sich die Landesstraßen L?70 und L?73. Auf der ehemaligen Kleinbahnstrecke verlauft ein Teil der Flaeming-Skate .

Literatur

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Commons : Stulpe ?? Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Stulpe . Hrsg. Gemeinde Nuthe-Urstromtal; 18. Januar 2024.

Einzelnachweise

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  1. Gemeinde Nuthe-Urstromtal ? Ortsteil Stulpe. In: Gemeinde Nuthe-Urstromtal. Abgerufen am 21.?Dezember 2023 .
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veranderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Landern . Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7 .
  3. Stulpe . Website des Fordervereins Naturpark ?Baruther Urstromtal“ e.?V.; abgerufen am 8. August 2020.
  4. Adam Ernst II. von Rochow . , in: Moritz Maria von Weittenhiller : Genealogisches Taschenbuch der Ritter- und Adels-Geschlechter 1879 , Vierter Jahrgang, Buschak & Irrgang, Brunn, Wien 1878-12, S. 504 ff.
  5. Adolph von Rochow aus Stulpe, in: Geschichte der Brandenburgischen Provinzial-Genossenschaft des Johanniterorden , Hrsg. Brandenburgische Provinzialgenossenschaft des Johanniterorden, Eigenverlag, Berlin 2023, S. 1.
  6. Rochow . In: Berliner Adreßbuch , 1880, Teil 1, S.?789.
  7. Andreas Kitzing: Rochus von Rochow , Vita, Hrsg. Veikkos, Selbstverlag Veikkos, Eichwalde, Luckenwalde, Stulpe 2020, S. 1.
  8. Andreas Kitzing: Margarethe von Rochow , Vita, Hrsg. Veikkos, Selbstverlag Veikkos, Eichwalde, Luckenwalde, Stulpe 2020, S. 1.
  9. FILM: ?Ein russischer Sommer“/2010 zum Oskar nominiert , Webseite des Schlosses Stulpe, abgerufen am 15. August 2020.
  10. Schloss Stulpe, ein edles Haus fur Hochzeiten, Konzerte und Urlaub . In: Berliner Zeitung , 22. Dezember 2016.
  11. Eintrag im Verzeichnis Monumentaler Eichen .